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Herzlich willkommen

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Museumsnacht 2026 - das Geschehen und die Mitwirkenden:
Wie lebten und arbeiteten die Menschen im Blauen Ländchen, bevor die Elektrifizierung ihren Alltag grundlegend veränderte? Lebensnah und nachvollziehbar beantwortet das Regionalmuseum Blaues Ländchen diese Frage in nahezu allen Lebensbereichen. Gelingen konnte dies, weil seit über vier Jahrzehnten Bürger der Region Alltagsgegenstände ihrer Vorfahren dem Museum dankeswerterweise zur Verfügung stellen, die im modernen Leben zwar nutzlos geworden sind, im Kontext der musealen Darstellung die kulturhistorische Sammlung jedoch weiterhin bereichern. Dass ein Museum aber noch weit mehr sein kann als eine Ausstellung alter Gegenstände, zu dieser Erfahrung lädt der Heimatpflegeverein sehr herzlich für Samstag, den 7. November 2026 ab 17 Uhr zur mittlerweile 24. Museumsnacht ein.
Zwischen traditionellem Handwerk, Live-Musik, kulinarischen Angeboten und historischen Einblicken erwartet die Besucher ein Abend, der Geschichte lebendig werden lässt mit der Gelegenheit, die ein oder andere handwerkliche Erfahrung zu machen. Nicht nur erste Flechtgriffe beim Klöppeln vermittelt Wera Kupser aus Vallendar, sondern auch Basiskenntnisse in der sehr alten, nahezu in Vergessenheit geratene  Handarbeitstechnik des Nadelbindens. Das Verspinnen von Schafwolle zeigt Petra Eberz und bietet ihre naturgefärbte Wolle zum Verkauf an. Um den großen Webstuhl in Betrieb zu nehmen, kommt die Weberin Annegret Borgwardt extra aus Freisbach in der Pfalz. Schafzüchter des Coburger Fuchses sind Michaela und Björn Wolf aus Lautert. Ihren genossenschaftlich vermarkteten Wollprodukten kann auch ein knackigkalter Winter nichts anhaben. Handgestrickte Oberbekleidung und Accessoires aus hochwertigen Garnen verspricht Andrea Schrade aus Hünfelden und auch die Nastätterin Gaby Rammersbach bietet allerlei Wollprodukte. Einen anderen Umgang mit Wolle, das Nadelfilzen, zeigt Birgit Sahner aus Hainau und fertigt ganz entzückende Figuren. Magdalena Griegal fertigt bunte Quilts und Patchworkarbeiten in ihrer Nähwerkstatt in Schmitten, diese sowie Patchwork-Zubehör können im Dachgeschoss des Museums erworben werden. In den Werkstätten im Erdgeschoss gilt es viele neue Handwerker kennenzulernen: Der Mainzer Möbelrestaurator Andreas Just wird dort in der Schreinerwerkstatt vorführen wie ein hochwertiges Kleinmöbel durch Schellack in neuem Glanz erstrahlt. Nebenan – ebenfalls aus Mainz – liegt es dem Drechsler Bradley Richards in seiner Arbeit besonders am Herzen, seinen Werkstoff Holz als eigenes Kunstwerk in den Vordergrund zu stellen. Aus getrockneten Blütenblättern gestaltet Joachim Pabst aus Miehlen Bilder. Während auch Diplom-Restauratorin Katrin Etringer ein erstes Mal zur Museumsnacht kommt, um ihre Kenntnisse im Restaurieren beschädigter Kunstwerke zu demonstrieren, ist das Besen- und Bürstenbinder-Team der Landesschule für Blinde und Sehbehinderte bereits seit vielen Jahren dabei. Mit eigenen Likören, Chutneys und Marmeladen bestückt Iris Anna Hahn-Schwinn aus Weyer den Tante-Emma-Laden und Imker Benny Pollack aus Oberwallmenach verkostet seinen Honig in der historischen Apotheke. Mit Honig und weiteren Bienenprodukten sind die Imker Tobias Decker und Mathias Büttner im Dachgeschoss anzutreffen, wo auch die Bornicherin Bärbel Neuhäusel zeigt, wie ein durchgesessener, verschlissener Sessel aufgepolstert wird. Um Sitzmöbel geht es auch bei Wilhelmine Reinhardt, die in Koblenz eine Stuhlflechterei betreibt. Lederarbeiten bietet Dirk Sans aus Ensheim in der Sattlerkoje, Tiffany-Glaskunst in Form von Fensterbildern, Windlichtern und Weihnachtsschmuck fertigt Gerhard Lengert aus Weiler. Das traditionelle Handwerk des Korbflechtens führt Lisa Schmidt aus Hahnstätten vor. Ist bei Rose-Marie Nyquist aus Kettenbach ausschließlich Gebrauchskeramik zu erwerben, verarbeitet Sabine Bleichrodt aus Diethardt denselben Rohstoff zu dekorativen Objekten.
Für die Museumsnacht ist das Zeitfenster zwischen zwei Sonderausstellungen perfekt, denn es braucht alle Fläche dieses großen Raumes für das Musikprogramm, das in diesem Jahr von zwei Solo-Musikern und dem Trio „Guitar Steve & The Swinging Blues Company“ gestaltet wird. Die junge Solistin Lotte Koenen aus Leipzig verortet ihre größtenteils selbstgeschriebenen Lieder zwischen Singer-Songwriter- und Folk-Pop, die sich inhaltlich zwischen Nachdenklichkeit und Zuversicht bewegen. Professionelle Aufnahmen entstehen im Tonstudio von Musiker Luke Weller in Bad Camberg. In der Museumsnacht stellt er sich dem Publikum unplugged in voller Größe.
Selbstverständlich gibt es in der historischen Dorfkneipe ganz traditionell die begehrten Heringe mit Pellkartoffeln.
Die Museumsnacht beginnt um 17 Uhr, der Eintritt beträgt 6 Euro. 
 
 

 

 

TIPP: Gruppen bis zu 50 Teilnehmer sind im Museum jederzeit - auch außerhalb der Öffnungszeiten - herzlich willkommen. 

Ein gemeinsames Kaffeetrinken oder Essen in der historischen Dorfkneipe rundet den Museumsbesuch ab.

 

Auf den Spuren zum nachhaltigen Leben im Blauen Ländchen

 

Lahmende Zugtiere, gerissene Transmissionsriemen oder gar erkrankte Menschen waren vor 150 Jahren Ursachen für eine „Energiekrise“, hätte es den Begriff bereits gegeben. Denn tierische und menschliche Muskelkraft, wenn möglich mechanisch unterstützt, trieben alle Produktionsprozesse an, ob im Handwerk, in der Landwirtschaft oder im Haushalt. Wie das Leben vor der Elektrifizierung im Blauen Ländchen aussah, zeigt das Regionalmuseum „Leben und Arbeiten“ auf ca. 1500 qm Ausstellungsfläche und öffnet dem Besucher mit seiner umfangreichen Sammlung den so wertvollen Blick in die Vergangenheit, in der das nachhaltige Leben – da alternativlos – reine Selbstverständlichkeit war. 
 

Vollzieht man z.B. den aufwändigen Herstellungsprozess eines einfachen Leinenhemdes aus Flachsfasern, versteht man nur zu gut dessen Wertschätzung als Kleidungsstück, das häufig so lange getragen wurde, bis das Leinen zu mürbe war, um es mit Flicken zu retten. Auch Schuhe trug man jahrelang, ein Paar für werktags, während die Sonntagsschuhe von der Konfirmation mindestens bis zur Hochzeit halten mussten. Die lose in Papiertüten verpackten Waren im Tante-Emma-Laden hinterließen keinen Müll und für Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten kannte die Hausfrau allerlei Methoden zur Haltbarmachung, denn schließlich musste auch im Winter für die Großfamilie ein nahrhaftes Essen auf dem Tisch stehen. 
 

So gibt es ganz viele Lebensbereiche der früheren Generationen, die im Regionalmuseum sehr anschaulich vermittelt werden. In den Werkstätten ist alles da, was Wagner, Schreiner, Schmied und die anderen Handwerker brauchten, um ein Werkstück von höchster Güte herzustellen mit dem Ziel der Langlebigkeit.
 

In älteren Besuchern weckt das Museum viele Erinnerungen an die Kindheit, vielleicht nicht immer die schönsten beim Blick in die Dorfschule, aber sicher sehr freudige beim Betrachten der Spielzeugvitrinen oder an den Spaß, den man bei der Heuernte in familiärer Gemeinschaft hatte. Für junge Generationen kann das Museum ein spannender Lernort sein, der die Lebensumstände der Urgroßeltern nachvollziehen lässt und zum Vergleich mit den eigenen anregen kann.

 

 

und natürlich erfahren Sie auch, warum unsere Region „Blaues Ländchen“ heißt.

 

 

Auf einen Blick

  • 29.​08.​2026: Zum Operettendinner "Du bist die Welt für mich" mit einem Programm aus Schlagern, Operettenmelodien und Kunstliedern rund um die 1930er-Jahre... []

     
  • 04.​07.​2026: Begleitend zur Sonderausstellung "Radbewegt - vom Hochrad zum Hochleistungsrad" lädt das Regionalmuseum Leben und Arbeiten für Samstag, 11. Juli, zu einem Fahrradmarkt auf dem Museumsplatz... []

     
  • 18.​06.​2026: Sie ist wohl eine der urigsten Kneipen im Kreis, darf sich aber gar nicht so nennen. Denn die Museumskneipe im Regionalmuseum... []

     

Uhr bis Uhr

24. Museumsnacht

 
 

[mehr Veranstaltungen]

 

Öffnungszeiten

Montag - Freitag 

10.00 - 16.00

Donnerstag

10.00 - 17.00

Sonntag

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Gruppen jederzeit nach Vereinbarung

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